März 2005
Update März 2005
Es ist Ende März. Die Zeit scheint schneller als normal zu vergehen. Wir
können es fast nicht glauben, dass es nur noch 2 Monate sind, bis wir unsere
Zelte in Kiew nun endgültig abbrechen müssen, um nach Sumy zu ziehen. Wir
freuen uns sehr darauf, endlich dort zu sein, worauf wir uns seit vielen
Jahren vorbereiten: in der vollzeitlichen Kinder- und Jugendarbeit im Osten
der Ukraine. Trotzdem fällt uns der Abschied nicht so leicht. Und an das
Packen unseres ganzen Hab und Gut möchten wir noch überhaupt nicht
denken...Sonst gibt es wenig Neues. Der Winter hat Kiew nach 3
frühlingshaften Tauwettertagen wieder voll im Griff. Es ist Minus 6 Grad und
ein eisiger Wind fegt. Die getauten Wassermengen sind zu Seen eingefroren,
die überall sind.
Heute wurde uns wieder neu bewusst, wie gut wir es doch haben mit unserem
guten funktionierenden Gesundheitssystem in der Schweiz und Deutschland. In
der Handarbeitsgruppe, die Anja samstags besucht, ist eine Frau, deren
9-jähriger Sohn einen Hirntumor hat und deren 1-jährige Tochter neben einem
Wasserkopf nun auch noch ein Hüftproblem. Manche Behandlungen können sie
sich einfach nicht leisten, zumal der Vater Alkoholiker ist. Offiziell ist
das Gesundheitssystem in der Ukraine gratis, aber inoffiziell läuft nicht
viel, wenn man nicht selber zahlt oder zumindest dem Doktor erstmal ein
Geschenk macht.