April 2007

Vor wenigen Wochen hatten wir bei Melissa den 1-Jahres-Check beim Kinderarzt. An so Tagen sehnen wir uns nach den Kinderärzten zuhause. Hier ist es so, daß man zwar per Adresse einem Kinderarzt zugeteilt ist, aber die ganze Vorsorge auf viele Fachärzte verteilt wird. So schaut der Orthopäde die Hüfte an, der Augenarzt die Augen, der HNO-Arzt schaut kurz in Hals und Ohren, der Neurologe nach den Reflexen, alles, was bei uns der Kinderarzt mit abdeckt. Auch Impfungen und das Messen von Länge und Gewicht geschieht nicht beim Kinderarzt, sondern in anderen Abteilungen. Okay, wie es hier läuft, wäre an und für sich nicht tragisch, wenn es ohne große Wartezeiten gehen würde. Aber stellt Euch mal vor: Da werden alle Kinder die im März 2006 in einem Stadtgebiet von ca. 90000 Einwohnern geboren wurden, an zwei Tagen in die Kinderklinik bestellt, um alle zu all diesen Ärzten zu gehen, natürlich alle ohne Termin. So sind dann Dutzende von Mamas, Omas, Tanten und Kindern zugegen, die sich von frühmorgens an in den verschiedenen Schlangen einreihen. Und das „tolle“: Manche Ärzte, die um 9 Uhr anfangen sollten, kommen dann erst um 10 oder 11 Uhr... Und um 12 Uhr ist dann die Sprechstunde offiziell vorbei! Also, gut, wir haben es also auch so gemacht und am ersten Tag mit Mühe und Not in 3 Stunden 3 Ärzte geschafft. Am nächsten Tage kamen wir dann wieder. Aber als nach weiteren 2 Stunden gar nichts mehr lief und wir bei keinem der beiden verbleibenden Ärzten drangekommen waren, habe ich die ganze Aktion abgebrochen. Ich denke, daß Melissa völlig gesund ist und ab August werden die weiteren Vorsorgen ja in Deutschland gemacht. Aber es war auf jeden Fall eine weitere gute kulturelle Erfahrung, trotz aller Nerven, die das auch gekostet hat!!!