September 2009

Heute hatte ich, Anja, ein ganz besonderes kulturelles Erlebnis. Ich war im Hof,
als unsere Nachbarin klopfte und meinte, es werde auf der Strasse Fisch
verkauft, lebender, warf sie noch ein, sehr günstig. Ich solle einfach eine
Plastiktüte holen. Das habe ich dann getan und ging mit Geld und Tüte bewaffnet
raus, wo der Wagen stand. Aus einem Tank wurden per Kescher prachtvolle große
Fische gefangen. Und die waren auch wirklich noch lebendig, oder so lebendig wie
ein Fisch eben ist, wenn er mit Dutzenden anderer Fische für unbestimmte Zeit
in so einem Tank war. So kam ich dann mit zappelnder Plastiktüte zurück. Die
Freundin unserer Mädchen wollte am liebsten sofort ein Becken mit Wasser, um
die Fische schwimmen zu lassen, aber das habe ich dann doch abgelehnt. Das hat
Martin schon einmal gemacht. Da wollte er für die Jungschar Fische haben und
hat mir dann einen Fisch im gefüllten Spülbecken hinterlassen, den ich dann
irgendwann notschlachten durfte, als ich das Spülbecken unbedingt brauchte.
Heute habe ich das dann sofort getan, denn eigentlich mag ich es gar nicht, wenn
Fische auf die Art verkauft werden. Da wollte ich ihre Qual lieber so schnell wie
möglich beenden. Ich war aber doch erstaunt, wie lange die Köpfe noch
gezappelt haben, als sie schon abgeschnitten waren...