Dezember 2009

Heute wollen wir Euch von einer Familie erzählen, die wir seit September kennen und mit denen sich langsam eine Freundschaft zu entwickeln scheint. Es sind Vadim und Vika und ihre bald 7 Kinder (von 0 bis 10 Jahren). Sie sind aus einer Gemeinde, die mit der unseren befreundet ist. Eines unserer ersten Gespräche nahm einen mir echt peinlichen Verlauf. Sie fragten, ob unser Haus groß sei. Was sagt man da? Sind 110 qm für 6 (zur Zeit 7) Personen, viel? Für deutsches oder schweizer Verständnis nicht wirklich, oder? So habe ich auch geantwortet, daß es so mittelmäßig sei. Hätte ich gewußt, daß sie selber zu dem Zeitpunkt zu acht (ab Ende Dezember dann zu neunt) auf 27 qm Wohnfläche wohnen.... Zu diesen 27 qm kommt noch eine ganz kleine Küche und ein Eingangsbereich dazu. Ein Bad gibt es nicht, auch keine Toilette oder fließendes Wasser im Haus. Die Wäsche waschen sie bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt in der Regentonne im Garten, sonst in Wannen im Haus. Wenn sie essen, so muß immer ein Teil der Kinder stehen oder auf dem Boden sitzen, da es nur einen Tisch in der Küche gibt, an den maximal 4-5 Personen passen.
Ich kann da nur immer wieder sagen „Wie gut haben wir es!“ Und eigentlich ist es beschämend, daß ich bei allem Luxus doch immer wieder einen Grund zum Klagen und Motzen finde. Ich hoffe sehr, daß sich diese Freundschaft trotz unseres unterschiedlichen Lebensstandards vertiefen wird.