März 2010

Hier gelten wir als wohlhabende Westler. Zugegeben, mit unserem Missionarslohn würden wir zwar in der Schweiz weit unter das Existenzminimum fallen, hier aber gehören wir zu der (wenig vertretenen) Mittelklasse (der Lohn eines Familienvaters beläuft sich in der Regel auf kaum mehr als 200,- Euro bzw. 300 CHF). Schon des öfteren wurden wir von Menschen aus unserer Umgebung gebeten ihnen Geld zu leihen. Solche Situationen lieben wir gar nicht. Wir wollen ja hilfsbereit sein, aber wo soll man bei so Dingen anfangen, wo aufhören, Wie können wir wissen, daß das geliehene Geld nicht in Wodka umgesetzt wird? Das beschäftigt uns grad in der letzten Zeit sehr. Was sollen wir machen, wenn ein Rentner aus der weiteren Nachbarschaft klingelt und um 50,- Griwna bittet (das sind knapp 5 Euro bzw. 7,50 CHF) um bis zur Auszahlung der nächsten Rente über die Runden zu kommen. Rentner müssen oft mit unter 100,- Euro überleben. Und davon muß das ganze Leben bestritten werden, nicht nur Lebensmittel gekauft werden. Viele versuchen sich mit den Produkten des eigenen Gartens einigermaßen zu versorgen, aber trotzdem gibt es vieles, was dann doch noch dazu gekauft werden muß – und was oft ähnliche Preise hat wie in Deutschland.

Bilderinfos von Anja.
Auf dem einen sind Laura und ich mit Schlitten. Das Bild, wo ein kreuzfoermiges Loch ins Eis geschlagen ist, ist im Januar. Da feiern die Christen Jesu Taufe (vor allem die ORthodoxen, aber auch die Freikirchler). Da baden viele in dem Loch, daher eine Leiter zum Einstieg, die andere zum Austtieg.